Framework

Das Age of Artists-Framework entwickelt sich aus der Beobachtung künstlerisch handelnder Menschen. Es beschreibt Zusammenhänge, die ein großes, beziehungsreiches Ganzes ergeben. Es ist keine Methode, kein Rezeptbuch, das man abarbeiten kann, um dadurch kreativer zu werden. Es ist vielmehr ein Mittel, das Menschen helfen kann, ihr eigenes Bild aus persönlichen Erfahrungen entstehen zu lassen.

Den Ausgangspunkt bilden die globalen Herausforderungen unserer Zeit wie auch Anforderungen, die sich aus unserem Streben nach wirtschaftlichem Wachstum und technologischem Fortschritt ergeben, weil sie es sind, die zu mehr Komplexität, Dynamik, Ungewissheit und Volatilität führen. Im Versuch mit diesen vier Zuständen umgehen zu können, drängt sich eine naheliegende und deswegen oft zu beobachtende Reaktion förmlich auf: Man macht das gewünschte Ergebnis zum Prinzip des eigenen Handelns. Man versucht, Komplexität mit Vereinfachung, Dynamik mit Entschleunigung, Ungewissheit mit Planung und Kontrolle und Volatilität (die sich beispielsweise in der Gestalt von Krisen zeigt) mit Abhärtung zu begegnen. Als uns klar wurde, dass für Künstler Komplexität, Dynamik, Ungewissheit und Volatilität nicht etwa zu vermeidende oder zu beseitigende, sondern vielmehr begrüßenswerte Zustände darstellen, lag die Vermutung nahe, dass sich im Künstlerischen möglicherweise bessere Antworten darauf finden lassen, wie man mit diesen Zuständen umgehen sollte.

Das Age-of-Artists-Framework als Kunstwerk

Radierungen von der Künstlerin Verena Wald

Die Herausforderungen / The challenges
Individuum und Organisation / Individual and organization
Herausforderungen, Individuum und Organisation / Challenges, individual and organization
Die künstlerische Praxis / The artistic practice
Die künstlerische Haltung / The artistic attitude
Das Age-of-Artists-Framework / The Age-of-Artists-Framework

Wir konnten feststellen, dass künstlerische Menschen über eine ganz besondere Haltung verfügen, deren wesentliche Elemente Neugier, Leidenschaft, Zuversicht und Resilienz sind. Diese Haltung findet man zwar gehäuft bei Künstlern, sie ist dieser Gruppe aber keineswegs vorbehalten. Jeder kann sie entwickeln, sie sind in uns allen angelegt. Sie entwickeln sich mit der Zeit durch Praxis weiter – ganz unabhängig davon, ob jemand malt, musiziert, schreibt, forscht, entwirft, baut, verkauft oder berät. Kennzeichnend für die künstlerische Praxis ist, dass sie einem nichtlinearen Prozess folgt. Dieser orientiert sich zwar an einer mehr oder weniger konkreten Vorstellung, gestaltet sich aber aus dem ständigen Dialog des Künstlers mit seinem Kunstwerk heraus immer wieder neu. Der Prozess verbindet wiederkehrende Muster von Arbeitsweisen, die über viele oder alle Genres hinweg nachweisbar sind und sich als Wahrnehmung, Reflexion, Spiel und Aufführung zusammenfassen lassen.

Das AoA-Framework auf einem Netzwerktreffen in Leipzig, 2017 / The AoA framework at a network gathering in Leipzig, 2017
Das Framework als Skizze von Raoul Pilcicki / The framework as sketch by Raoul Pilcicki
Das AoA-Framework in einem Workshop / The AoA framework during a workshop
Das AoA-Framework als Kugelschreiberzeichnung / The AoA-Framework as ballpoint pen drawing

Organisationen, denen es gelingt, ein Umfeld zu schaffen und aufrecht zu erhalten, das künstlerisches Handeln ermöglicht und fördert, Organisationen, die ihre Mitarbeiter so darin unterstützen und ermutigen, über die Zeit eine künstlerische Haltung zu entwickeln, stärken ihre Kreativitätskultur. Sie werden innovativer und verändern sich auch anderweitig. Sie legen Wert auf Vielfalt, schätzen Vielseitigkeit und Entdeckergeist als Beitrag zum unternehmerischen Erfolg. Sie streben nach Sinnhaftigkeit für ihre Mitarbeiter und entwickeln ein Selbstverständnis, das über rein wirtschaftliche Aspekte hinausgehend von einer tiefen Verbundenheit mit der Gesellschaft zeugt. Sie ermöglichen die Übernahme von Eigenverantwortung durch Gestaltungsspielraum und Freiraum. Sie besitzen Beweglichkeit, können sich kontinuierlich verändern, agil Dinge entwickeln, unabhängig davon, wie volatil oder unsicher ihr Umfeld ist.

In den vier Hauptkapiteln unseres Buches Creative Company beschreiben wir, wie man – ob als Individuum oder Organisation – im Umgang mit Komplexität durch Wahrnehmung, Neugier und Vielfalt zu Einfachheit, im Umgang mit Dynamik durch Reflexion, Leidenschaft und Sinnhaftigkeit zu Bewusstsein, im Umgang mit Ungewissheit durch Spiel, Zuversicht und Freiraum zu Gewissheit und im Umgang mit Volatilität durch Resilienz und Beweglichkeit zu Stärke gelangen kann.

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